RiNA kauft Roche-Programm
Mal anders herum
Kaufkräftige Konzerne übernehmen kleine Klitschen? Manchmal ist es auch anders herum, etwa im Falle der RiNA GmbH aus Berlin. Diese erwarb im September zwar nicht den kompletten Roche-Konzern, aber immerhin dessen RTS-Proteinexpressions-Produktlinie.
Deren Produktion soll nach den von Roche definierten Qualitätsstandards weiterlaufen; für den weltweiten Verkauf, Support und Vertrieb der RTS-Produkte kümmert sich fortan das Hamburger Unternehmen 5Prime.
Überraschend offen lieferte Manfred Baier, Leiter von Roche Applied Science, der Presse den Grund für den Verkauf der Expressions-Systeme: "Wir konzentrieren uns [eher] auf Technologien rund um die Genomforschung. Eine auf Proteomforschung spezialisierte Firma [wie RiNA] kann das Potenzial des RTS-Portfolios schneller entwickeln als wir."
Die RiNA GmbH entstand Ende der 1990er Jahre auf Initiative des RNA-Forschers Volker Erdmann als Ausgründung des Instituts für Biochemie an der Freien Universität Berlin. Seitdem hat die Gesell-schaft diverse Forschungs und Entwicklungsvorhaben zur prokaryotischen und eukaryotischen Proteinexpression durchgeführt. Die Firma ist mittlerweile auf zellfreie Expressionssysteme spezialisiert und bezeichnet sich darin unbescheiden als „world leading company".
Das RTS-Programm von Roche haben die Berliner übrigens seinerzeit mitentwickelt.
Autor: -wk- Winfried Köppelle
quelle: www.laborjournal.de , Ausgabe 11/09
